ArtenKönigspython
Königspython
Python regius
Ruhig, kompakt und in unzähligen Farbformen verbreitet. Der Königspython verzeiht wenig bei Klima und Versteckangebot. Futterpausen sind bei ihm normal, aber nie unbeobachtet zu lassen.
- Gruppe
- Schlange
- Einordnung
- Einsteiger
- Herkunft
- West- und Zentralafrika

Wo die Art herkommt
- Weltregion
- West- und Zentralafrika
- Länder
- Von Senegal und Ghana bis Kamerun, Tschad und Uganda
- Lebensraum
- Savannen, Grasland, lichte Wälder und landwirtschaftliche Gebiete
Der natürliche Lebensraum ist der Massstab für die Einrichtung. Wer weiss, woher ein Tier stammt, versteht auch, warum es Wärmezonen, Verstecke und eine bestimmte Luftfeuchtigkeit braucht.
Haltung im Überblick
Dieselben Angaben stehen in der App im Steckbrief des Tieres.
- Terrarium
- Ein gut strukturiertes Terrarium mit nutzbarer Bodenfläche. Enge Verstecke sind wichtiger als leere Fläche.
- Temperatur
- Warme Versteckzone etwa 30–32 °C, Wärmeoberfläche ungefähr 32–35 °C, kühle Zone 22–27 °C. Wärme immer thermostatisch regeln.
- Luftfeuchtigkeit
- Meist ungefähr 60–80 %, nachts und während der Häutung zeitweise höher. Gute Lüftung und trockene Liegeflächen erhalten.
- Licht
- Tag-Nacht-Rhythmus, helles Vollspektrumlicht und geeignetes schwaches UVB sind empfehlenswert.
- Bodengrund
- Feuchtigkeitsspeichernd, aber nicht nass; beispielsweise geeignete Erde, Kokos-/Rindenmischung oder bioaktiver Boden.
- Einrichtung
- Mindestens zwei enge Verstecke, Sichtschutz, Kork, niedrige stabile Kletteräste und strukturierte Laufwege.
- Wasser
- Grosse stabile Wasserschale, regelmässig reinigen und frisch befüllen.
- Fütterung
- Passend grosse aufgetaute Nager. Adulte Tiere nicht nach einem starren zu kurzen Rhythmus füttern; Körperzustand und Gewicht führen.
- Verhalten
- Dämmerungs- und nachtaktiv, eher zurückgezogen. Längere Futterpausen können saisonal vorkommen, müssen aber zusammen mit Gewicht und Gesundheit bewertet werden.
- Umgang
- Kurz und ruhig; während Eingewöhnung, Häutung und nach Fütterung möglichst wenig stören.
- Vergesellschaftung
- Einzelhaltung.
- Gesundheit
- Besonders auf Dehydrierung, Atemwegserkrankungen, Milben, Maulfäule und Übergewicht achten. Zuchtformen mit Farb- und Zeichnungsmerkmalen können erbliche Schäden mitbringen: Beim Spider-Morph und seinen Kombinationen tritt das sogenannte Wobble auf, ein neurologischer Defekt mit Kopfzittern und Orientierungsstörungen. Er ist untrennbar mit dem Merkmal verbunden und lässt sich nicht wegzüchten. Wer ein Tier kauft, sollte den Morph erfragen und es vor dem Kauf in Ruhe beobachten.
- Jahresverlauf
- Der Königspython hält keine Winterruhe wie eine europäische Art: Er stammt aus den Savannen Westafrikas und kennt dort keinen Winter, sondern eine kühlere Trockenzeit von etwa November bis Februar. In dieser Zeit ist er weniger aktiv und frisst oft wochen- bis monatelang nichts. Das ist normal und kein Anlass zur Sorge, solange das Gewicht stabil bleibt: Wöchentlich wiegen, und erst bei mehr als zehn Prozent Verlust oder bei zusätzlichen Anzeichen zum Tierarzt. Für die Zucht wird die Trockenzeit gezielt nachgestellt, mit Nachtabsenkung auf etwa 22–24 °C über sechs bis acht Wochen. Nötig ist das für ein Heimtier nicht.
- Sicherheit
- Kräftige Würgeschlange; Kinder nie unbeaufsichtigt handhaben lassen.
Rechtslage in der Schweiz
Keine Bewilligung vorgesehen
Keine Bewilligung nötig. Die Art gehört zu keiner der in Art. 89 TSchV aufgezählten Gruppen
Kein Sachkundenachweis vorgesehen
Kein Sachkundenachweis vorgeschrieben. Er ist nur für die in Art. 89 TSchV genannten Tiere verlangt
Artenschutz beachten
CITES Anhang II: Einfuhr und Weitergabe nur mit Papieren. Nachzuchten aus der Schweiz sind der Regelfall; den Nachweis beim Kauf verlangen
Mindestmasse für das Gehege
Anhang 2 Tabelle 5 der Tierschutzverordnung gibt keine Zentimeter vor, sondern Vielfache der Körperlänge. Für diese Art gilt Ziffer 43a (Kleine und mittelgrosse Pythons und Boas): Grundfläche 1 × 0,5 Körperlängen, Höhe 0,75 Körperlängen. Die Grundfläche gilt für bis zu zwei Tiere; jedes weitere Tier verlangt zusätzlich 0,5 × 0,2 Körperlängen.
Als Körperlänge zählt bei dieser Gruppe die Gesamtlänge von der Schnauze bis zur Schwanzspitze. Massgebend ist das grösste Tier im Gehege. Kleiner darf das Gehege auch dann nicht sein, wenn weniger Tiere darin leben, als die Tabelle nennt.
| Gesamtlänge | Mindestens |
|---|---|
| 80 cm | 80 × 40 × 60 cm |
| 100 cm | 100 × 50 × 75 cm |
| 120 cm | 120 × 60 × 90 cm |
| 150 cm | 150 × 75 × 113 cm |
| 180 cm | 180 × 90 × 135 cm |
| 200 cm | 200 × 100 × 150 cm |
Vorübergehend darf ein Tier kleiner untergebracht werden: für Quarantäne, Behandlung, Eingewöhnung, Zucht und Aufzucht sowie für Winterruhe oder Trockenruhe.
Das ist die gesetzliche Untergrenze, keine Empfehlung. Ein Gehege, das genau diese Masse erreicht, ist erlaubt, aber nicht deshalb gut. Die Angaben im Steckbrief oben beschreiben, wie das Gehege eingerichtet sein soll, nicht wie klein es sein darf.
Was das Gehege bieten muss
Das Gehege muss ausbruchsicher sein und der Art entsprechende Temperaturzonen, Luftfeuchtigkeit, Verstecke, Wasser und gegebenenfalls erhöhte Liegeflächen aufweisen. Bei ungewöhnlich grossen, gefährlichen oder gewerbsmässigen Haltungen können weitere Vorschriften greifen.
Unterlagen
Lückenlosen Herkunftsnachweis und Kaufvertrag aufbewahren. Bei Grenzübertritten CITES-Bewilligungen und Artenschutzkontrolle vorab klären.
Diese Angaben sind eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Verbindlich Auskunft gibt das kantonale Veterinäramt; massgebend ist der Verordnungstext.Mehr zur Rechtslage
