Schildkröte überwintern: Winterruhe bei Landschildkröten
Schildkröte überwintern: welche Arten ruhen müssen, Frühbeet, Keller oder Kühlschrank, Temperatur, Gewichtskontrolle und Aufwachen. Mit Quellen.

Foto: Orchi, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Kurz gesagt: Europäische Landschildkröten brauchen jedes Jahr eine Winterstarre, auch Jungtiere; bei der Maurischen hängt es von der Herkunft ab. Nach Gesundheitscheck und Ausfasten ruhen sie drei bis fünf Monate bei 4 bis 6 °C, im Frühbeet, kühlen Raum oder Kühlschrank. Ab 5 % Gewichtsverlust die Praxis anrufen, über 10 % ist die Grenze überschritten.
Ende Oktober beginnt für europäische Landschildkröten die Ruhezeit. Im Frühbeet graben sich die ersten Tiere ein, im Terrarium werden sie träge und fressen kaum noch. Dieser Beitrag geht den Ablauf durch: Vorbereitung, Durchführung, Kontrolle, Aufwachen. Wo sich die Quellen einig sind, steht eine Zahl, wo nicht, eine Spanne.
Fachlich ist die Winterruhe eine Winter- oder Kältestarre. Schildkröten sind wechselwarm, ihre Körpertemperatur folgt der Umgebung, Herzschlag, Atmung und Stoffwechsel laufen auf Sparflamme. Im Alltag heisst das «Winterruhe», die Verordnung spricht von «Winter- oder Kältestarre».
Welche Arten ruhen, welche nicht?
Ja: die europäischen Landschildkröten. Dazu gehören die Griechische (Testudo hermanni), die Maurische (T. graeca), die Breitrandschildkröte (T. marginata) und die Steppenschildkröte (T. horsfieldii). Nach der Schildkröten-Interessengemeinschaft Schweiz (SIGS) halten die mediterranen Arten in der Natur eine Winterstarre, schon die Schlüpflinge im ersten Winter. Die Heimtier-Info von Thieme sagt dasselbe für europäische Landschildkröten jeder Altersklasse. Die Bundestierärztekammer (BTK) nennt die jährliche Ruhe überaus wichtig für die Gesundheit: Hormonhaushalt und Immunsystem hängen daran, und Jungtiere wachsen ohne die Pause zu schnell.
Mit Vorbehalt: die Maurische Landschildkröte. Testudo graeca umfasst mehrere Formen. Tiere europäischer Herkunft ruhen mehrere Monate. Nordafrikanische Tiere sind laut SIGS im Winter aktiv und ruhen im heissen Sommer, und die österreichische Tierhaltungsverordnung führt T. g. graeca ohne Winterruhe im herkömmlichen Sinn. Die Praxis Gerlitzki rät, südspanische und marokkanische Tiere nicht nach dem üblichen Schema einzuwintern. Kläre deshalb die Herkunft anhand der Papiere und frag im Zweifel die Tierärztin.
Nein: tropische und subtropische Landschildkröten. Spornschildkröten bleiben das ganze Jahr aktiv (WEB.DE). Für die Köhlerschildkröte nennt die österreichische Verordnung im Freiland als Richtwert, dass die Temperatur nicht längere Zeit unter 20 °C sinken soll, eine Winterruhe führt sie nicht auf. Beide Arten werden warm gehalten. Eine Abkühlung auf 4 bis 6 °C passt zu ihnen nicht.
Was die Schweiz sagt
Die Tierschutzverordnung (TSchV, SR 455.1) regelt es in Anhang 2, Tabelle 5 (Reptilien). Zeile 4 betrifft die «Europäischen Landschildkröten (Testudo graeca, T. hermanni, T. marginata, T. horsfieldii)» und verweist unter anderem auf die Anmerkung 4:
«Die klimatischen Bedingungen über das Jahr hindurch müssen so gewählt werden, dass eine Winter- oder Kältestarre oder eine Trockenruhe für alle Altersklassen erfolgen kann.»
Die Haltung muss die Winterstarre also ermöglichen, ausdrücklich auch für Jungtiere. Zahlen zu Temperatur oder Dauer nennt die Verordnung nicht, sie verweist auf die Terraristikliteratur und die Fachinformationen des BLV (Vorbemerkung B). Für die Winterstarre dürfen Tiere vorübergehend in kleineren Gehegen gehalten werden (Vorbemerkung D). Bei den tropischen Landschildkröten (Zeilen 2 und 3) fehlt die Anmerkung 4. Geprüft ist die Fassung vom 1. Februar 2026.
Das BLV schreibt auf seiner Seite zu den europäischen Landschildkröten: Sie müssen Tag und Nacht im Freilandgehege leben, ein Frühbeetkasten ist als trockener Rückzugsort unverzichtbar, und die Tiere können darin ihre Winterruhe halten, sofern sie sich tief genug in geeignetem Substrat eingraben können. Temperaturen nennt das BLV dort nicht.
Vorbereitung: Spätsommer bis Herbst
Gesundheitscheck mit Kotprobe. Vor dem Einwintern gehört das Tier zur Reptilientierärztin (Praxen findest du hier). Sie prüft den Allgemeinzustand und untersucht den Kot auf Parasiten (BTK). Der Zeitpunkt ist früh: Synlab nennt Ende August, AniCura bietet den Check im August und Anfang September an. Die SIGS begründet das: Ein Entwurmungsmittel wirkt nur bei laufendem Stoffwechsel, und das Tier muss danach noch länger aktiv bleiben. Entwurmt wird deshalb am besten im Sommer, spätestens im August (die italienischsprachige SIGS-Seite nennt Ende Juli). Wer Ende Oktober noch keinen Check hatte, ruft die Praxis an, bevor das Tier einwintert.
Nicht einwintern. Kranke, verletzte oder zu magere Tiere verbringen den Winter im Terrarium (SIGS, Dr. Friedrich). Bei geschlechtsreifen Weibchen empfiehlt Dr. Friedrich die Kontrolle auf nicht abgelegte Eier, gegebenenfalls mit Röntgen.
Ausgangsgewicht notieren. Wäge das Tier vor dem Einwintern (Synlab, TVT, Thieme). Der Wert ist die Bezugsgrösse für alle späteren Kontrollen.
Ausfasten. Im Freigehege stellen die Tiere das Fressen im Herbst von selbst ein, der Darm leert sich mit der abnehmenden Futtermenge (SIGS). Im Terrarium werden Licht und Temperatur über zwei bis drei Wochen schrittweise gesenkt (Synlab und Dr. Friedrich zwei, BTK drei Wochen). Die Fütterung endet ein bis drei Wochen vor dem Einwintern (Dr. Friedrich eine Woche, TVT zwei, BTK zu Beginn der Absenkung). Trinkwasser steht immer bereit.
Baden vor der Ruhe? Die Quellen widersprechen sich. Die BTK hält lauwarme Bäder für ratsam, Dr. Friedrich ein bis zwei pro Woche, aber nicht exzessiv. Die SIGS nennt Zwangsbäder Stress, und Synlab schreibt «Nicht baden»: Ein ganz leerer Darm lasse die Darmflora absterben. Dass das Tier vor der Ruhe trinken können soll, halten Thieme und BTK fest.
Nicht unkontrolliert abkühlen. Eine Umfrage des Royal Veterinary College (252 Fragebogen, 270 Testudo in Grossbritannien) fand als Hauptrisikofaktoren für Krankheit und Todesfälle die Überwinterung im Garten und eine unkontrollierte Temperatursenkung vor der Ruhe. Die Sterblichkeit lag bei 7,8 %. Die SIGS warnt zudem davor, ein Tier mitten in der Vorbereitung ins warme, helle Zimmer zu holen: Es gerate in einen Dämmerzustand.
Durchführung: Methoden, Temperatur, Substrat
| Methode | Bewertung in den Quellen | Eckpunkte |
|---|---|---|
| Frühbeet oder Gewächshaus mit Grube | SIGS: erste Wahl. BLV: möglich, wenn die Tiere tief genug graben | Grube mindestens 50 cm tief, mäusesicher, mit Drainage (SIGS) |
| Kühler Raum, Keller, Lichtschacht | SIGS: empfehlenswert. BTK: problematisch, die Temperatur schwankt | 2 bis 6 °C, dunkel, ruhig, mäusesicher (SIGS) |
| Separater Kühlschrank | BTK: beste und sicherste Methode. SIGS: nur Notlösung. Thieme: Gefahr von Austrocknung und Erfrieren | 4 bis 6 °C, wöchentlich kurz lüften (SIGS, BTK) |
| Freiland ohne Schutz | SIGS: sehr riskant. RVC-Umfrage: Garten als Risikofaktor | nicht empfohlen |
Welche Methode passt, hängt von Garten, Keller und Erfahrung ab. Besprich sie mit der Tierärztin. In allen Fällen zählt eine konstante, kontrollierte Temperatur.
Temperatur. Der meistgenannte Zielwert ist 4 bis 6 °C (BTK, Synlab, Thieme, österreichische Verordnung, SIGS für den Kühlschrank). Daneben stehen 2 bis 6 °C (SIGS für Räume, TVT 2017), 4 bis 8 °C (Dr. Friedrich, österreichische Verordnung für die Steppenschildkröte) und 4 bis 10 °C (TVT 2004). Nach unten ist Frost die Grenze. Nach oben warnt Dr. Friedrich: Über 10 °C läuft der Stoffwechsel an, die Tiere fressen aber nicht, es drohen Leberschäden oder Verhungern. Prüfe die Temperatur mindestens wöchentlich (Dr. Friedrich). Praktisch hilft ein Thermometer mit Min-Max-Speicher: Es zeigt, ob die Temperatur zwischenzeitlich ausgebrochen ist. Im Kühlschrank gehört der Fühler neben die Kiste, denn das Gefälle kann gross sein und nahe den Kühlschlangen droht Frost (SIGS).
Behälter und Substrat. Das Tier muss sich vollständig eingraben können. Die BTK nennt etwa die vierfache Panzerfläche, die SIGS praxiserprobt 60 × 40 cm. Bewährt ist lockere Gartenerde mit Rindenhäcksel, darüber feuchtes Buchenlaub (SIGS, BTK). Ungeeignet sind nach SIGS andere Laubarten (Schimmel, Gerbsäure), Heu (Schimmel) und staubende Substrate. Die Kiste ist belüftet (sonst droht Schimmel, BTK) und gegen Mäuse, Ratten und Marder gesichert.
Feuchtigkeit. In der Kiste ist das Substrat leicht feucht, nicht nass (BTK, Dr. Friedrich). Für die Grube im Frühbeet verlangt die SIGS ein deutlich feuchtes, fast nasses Substrat. Bei der Luftfeuchte gehen die Angaben auseinander: Synlab nennt 70 bis 80 %, Dr. Friedrich 40 bis 60 %. Zu trockenes Substrat ist nach SIGS die Ursache von Gewichtsverlust, weil dieser Wasserverlust ist.
Dauer.
| Gruppe | Dauer | Quelle |
|---|---|---|
| Griechische, Maurische (europäische Herkunft), Breitrandschildkröte | 3 bis 5 Monate bei 4 bis 6 °C, in der Praxis oft rund 4 Monate | Österr. Verordnung, Thieme, BTK, Synlab |
| Steppenschildkröte | 3 bis 5 Monate bei 4 bis 8 °C | Österr. Verordnung |
| Untergrenze | mindestens 8 Wochen | Dr. Friedrich |
| Jungtiere im ersten Jahr | 6 bis 8 Wochen (BTK), 2 bis 4 Monate (Gerlitzki), so lang wie bei Erwachsenen (SIGS) | BTK, Gerlitzki, SIGS |
In der Natur dauert die Winterstarre im Durchschnitt rund fünf Monate, von Mitte Oktober bis Mitte März, je südlicher, desto kürzer (SIGS). Im Frühbeet bestimmen die Tiere Beginn und Ende selbst.
Jungtiere. Auch Schlüpflinge ruhen, nach dem Wortlaut der TSchV «für alle Altersklassen». Sie im Zimmerterrarium warm zu halten, führt nach SIGS zu Fehlentwicklungen, nach BTK zu zu schnellem Wachstum. Wie lang die Ruhe im ersten Jahr sein darf, sehen die Quellen unterschiedlich (siehe Tabelle). Lass dir die Dauer für dein Tier tierärztlich bestätigen.
Kontrolle während der Winterruhe
Grundsatz: so wenig stören wie möglich. Nach Thieme darf das Tier während der Ruhe nicht geweckt werden. Im Frühbeet ist eine Kontrolle nach SIGS kaum möglich und auch nicht nötig. Bei Kiste, Keller oder Kühlschrank kontrollierst du Temperatur, Substratfeuchte und Gewicht.
Wägen. Die Abstände unterscheiden sich: alle 14 Tage (BTK 2012), alle drei bis vier Wochen (BTK 2013, Gerlitzki), rund monatlich (Synlab, Dr. Friedrich, der im selben Text auch wöchentlich nennt). Bezugsgrösse ist das Gewicht zu Beginn der Ruhe (Synlab). Die SIGS hält solche Kontrollen für eine Störung und für umstritten. Bei Kisten muss das Substrat mindestens alle 14 Tage geprüft und nötigenfalls kurz überbraust werden.
Welcher Verlust ist normal? Hier weichen die Quellen am stärksten voneinander ab.
- Bis 10 % des Ausgangsgewichts: BTK, Synlab, Dr. Friedrich, Gerlitzki, SIGS (italienischsprachige Seite).
- Höchstens 5 %: TVT (2004 und 2017).
- Als Richtwert für den normalen Verlauf nennt die Texas A&M University rund 1 % pro Monat (allgemein für Schildkröten).
Bei einem Tier von 800 g sind 5 % also 40 g und 10 % 80 g. Praktisch gilt: Ab 5 % lohnt ein Anruf in der Praxis, über 10 % ist die Grenze in allen genannten Quellen überschritten. Ein deutlicher Verlust ist nie Ziel der Ruhe, sondern Zeichen von Wasserverlust (SIGS) oder Krankheit.
Alarmzeichen. Ruf die Tierärztin an und beende die Ruhe nach Absprache, langsam über einige Tage, bei:
- Gewichtsverlust über der Grenze (Synlab, Dr. Friedrich),
- Augen- oder Nasenausfluss, geschwollenen Augen, Belägen im Maul (Synlab, Gerlitzki),
- roten Flecken oder Einblutungen im Panzer, vor allem am Bauchpanzer (BTK 2013: sofort zum Tierarzt; Synlab; Gerlitzki),
- anhaltender Unruhe (Synlab, Gerlitzki),
- Schimmel auf Substrat oder Tier, nassen oder faulenden Panzerstellen (Gerlitzki).
Urinabsatz. Praxisratgeber nennen auch Urinabsatz während der Ruhe als Grund, das Tier behutsam aufzuwärmen und tierärztlich anzuschauen (WEB.DE). Das ist schlüssig, weil Wasserverlust die zentrale Gefahr der Ruhe ist, aber nicht tierärztlich belegt. Im Zweifel gilt der Rat der Praxis Gerlitzki: lieber einmal zu viel anrufen als einmal zu wenig.
Aufwachen
Naturnah im Frühbeet. Im Frühjahr wird die Laub- oder Strohschicht entfernt, der Boden erwärmt sich, die Tiere erwachen selbst. Eine Wärmelampe hilft an kühlen Tagen (SIGS).
Kiste, Keller, Kühlschrank. Die Temperatur steigt über einige Tage langsam an (BTK 2013), die Praxis Gerlitzki nennt fünf bis acht Tage. Licht und Tageslänge werden ebenfalls langsam gesteigert (Synlab). Biete eine Badeschale an: Wasseraufnahme ist wichtiger als Futteraufnahme (Synlab), warme Wasserbäder wecken die Lebensgeister (BTK).
Licht und UV. Nach dem Erwachen braucht das Tier Wärme und UV-B. Das BLV nennt für kühle, regnerische Frühjahrs- und Herbsttage eine Ersatzquelle, zum Beispiel eine Wärmelampe. UV-B ist nötig, weil Vitamin D3 nur dadurch entsteht und für die Einlagerung von Kalzium gebraucht wird.
Wann muss sie fressen? Ist das Tier warm und aktiv, folgt das Fressen meist nach wenigen Tagen, Kot erst nach zwei bis drei Wochen (Gerlitzki). Die Winterruhe gilt als beendet, wenn das Tier aktiv ist und frisst (Synlab).
Wann zum Tierarzt? Die Zeit direkt nach der Ruhe ist kritisch: Unerkannte Erkrankungen und Fehler zeigen sich jetzt (Synlab). Anlass für eine Untersuchung sind ausbleibende Futter- und vor allem Wasseraufnahme, Apathie und fehlender Urinabsatz. Sinnvoll ist dann eine Blutuntersuchung auf Leber- und Nierenfunktion. Rührt ein warmes Tier nach etwa einer Woche kein Futter an, sollte die Tierärztin nachsehen (WEB.DE). Die italienischsprachige SIGS-Seite setzt die Grenze strenger bei zwei Tagen.
Häufige Fehler
| Fehler | Folge | Besser |
|---|---|---|
| Winterruhe verwehrt, Jungtiere im Zimmerterrarium | Fehlentwicklung, zu schnelles Wachstum (SIGS, BTK) | Auch Jungtiere kühl überwintern |
| Kein Gesundheitscheck, Entwurmung zu spät | Parasiten, Mittel nicht abgebaut (SIGS, Synlab) | Kotprobe und Check im August oder September |
| Krankes oder mageres Tier einwintern | Verschlechterung in der Starre (SIGS, Dr. Friedrich) | Im Terrarium durch den Winter, tierärztlich begleitet |
| Temperatur unkontrolliert gesenkt oder schwankend | Hauptrisiko in der RVC-Umfrage; Stoffwechsel läuft an | Schrittweise senken, Thermometer mit Min-Max |
| Substrat zu trocken | Wasser- und Gewichtsverlust (SIGS) | Alle 14 Tage prüfen, leicht feucht halten |
| Falsches Substrat (Heu, fremdes Laub, Staub) | Schimmel, Gerbsäure, Atemprobleme (SIGS) | Erde, Rindenhäcksel, Buchenlaub |
| Ungeschützt im Garten eingraben | Frost, Mäuse, Ratten (SIGS, Dr. Friedrich) | Frühbeet mit mäusesicherer Grube |
| Vor dem Einwintern ins warme Zimmer holen | Dämmerzustand (SIGS) | Vorbereitung ungestört laufen lassen |
| Zu oft kontrollieren oder wecken | Störung der Ruhe (SIGS, Thieme) | Nur nach festem Plan kontrollieren |
So hilft ReptiCare dabei
- Ausgangsgewicht und Kontrollen: Trage die Wägung vor dem Einwintern ein und lege die Kontrollen als wiederkehrenden Termin an: alle 14 Tage, monatlich oder im eigenen Abstand in Tagen. Die Kurve zeigt die Veränderung absolut und in Prozent. Der Hinweis der App vergleicht mit dem Höchstwert der letzten 90 Tage. Das ist eine Faustregel, keine tierärztliche Grenze, die 5- oder 10-Prozent-Marke behältst du selbst im Blick. Mehr dazu: Gewicht dokumentieren.
- Winterruhe planen (Pro): Beginn und Ende als eigener Zeitraum, mit Erinnerung. Während der Winterruhe und drei Wochen danach erscheint keine Warnung «Lange Futterpause». Siehe Pflege & Gesundheit.
- Dossier für die Tierarztpraxis (Pro): PDF-Dossier oder CSV-Export der Verläufe, zum Mitnehmen vor oder nach der Ruhe.
Kurve, Termine und Hinweise sind gratis (bis zwei Tiere). Winterruhe-Plan, Dossier und CSV gehören zu Pro, einmalig CHF 10, kein Abo.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Krankheit, Jungtieren oder unklarer Herkunft entscheidet die Reptilientierärztin.
Quellen
- SR 455.1 Tierschutzverordnung, Anhang 2, Tabelle 5 und Vorbemerkungen: Fedlex
- BLV: Europäische Landschildkröten
- SIGS: Überwinterung von mediterranen Landschildkröten und Aufzucht; italienischsprachige Fassung: Il letargo delle tartarughe terrestri europee
- Bundestierärztekammer, Presseinformationen 33/2012 und 20/2013
- TVT-Merkblätter: Europäische Landschildkröten (2004) und Griechische Landschildkröte (2017)
- Synlab: Merkblatt Durchführung der Winterruhe
- Thieme: Heimtier-Info Landschildkröte
- AniCura: Winterstarre bei europäischen Landschildkröten
- Dr. Friedrich, nach «kleintier konkret»: Einwinterung
- Praxis Gerlitzki: Winterruhe bei Schildkröten (Halterhinweise, von der Praxis veröffentlicht)
- Republik Österreich, 2. Tierhaltungsverordnung, Anlage 3 (Reptilien)
- Baldrey, Guezennec, Hedley (2022): Risk factors influencing brumation success in captive tortoises in the United Kingdom. Vet Rec 190(8):e1377. doi:10.1002/vetr.1377
- Texas A&M University: Turtle Brumation
- WEB.DE: Schildkröte überwintern
Häufige Fragen
- Welche Schildkröten müssen überwintern?
- Die europäischen Landschildkröten: Griechische, Breitrand- und Steppenschildkröte sowie Maurische Landschildkröten europäischer Herkunft, auch Jungtiere. Nordafrikanische Maurische sind im Winter aktiv und ruhen im Sommer. Tropische Arten wie Sporn- und Köhlerschildkröte halten keine Winterruhe.
- Bei welcher Temperatur überwintert eine Schildkröte?
- Am häufigsten genannt sind 4 bis 6 °C, konstant und frostfrei. Einzelne Quellen nennen 2 bis 6 °C oder 4 bis 8 °C. Über 10 °C läuft der Stoffwechsel an, ohne dass das Tier frisst.
- Kühlschrank, Keller oder Frühbeet: welche Methode?
- Die SIGS nennt das Frühbeet mit Grube erste Wahl und den Kühlschrank eine Notlösung. Die BTK hält den separaten Kühlschrank für die sicherste Methode, weil die Temperatur konstant bleibt. Welche Methode passt, besprichst du am besten mit der Tierärztin.
- Wie viel Gewicht darf eine Schildkröte in der Winterstarre verlieren?
- Die meisten Quellen nennen höchstens 10 % des Ausgangsgewichts, das TVT-Merkblatt höchstens 5 %. Ab 5 % lohnt ein Anruf in der Praxis, über 10 % ist die Grenze in allen Quellen überschritten.
- Wie lange dauert die Winterruhe?
- Bei Griechischer, Breitrand- und Maurischer Landschildkröte europäischer Herkunft drei bis fünf Monate, in der Praxis oft rund vier. Für Jungtiere im ersten Jahr reichen die Angaben von sechs bis acht Wochen bis zur vollen Dauer.